Rekord-Inflation: Wo die Österreicher jetzt sparen

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Rekord-Inflation: Wo die Österreicher jetzt sparen

Die extreme Teuerung (7,7 Prozent im Mai) zwingt viele Menschen hierzulande, sich im Alltag einzuschränken. Um ihre monatlichen Ausgaben um 100 Euro zu senken, würden zwei Drittel weniger für Kleidung und Schuhe ausgeben. 

Etwas mehr als die Hälfte würde beim Urlaub sparen. Immerhin fast jede oder jeder Vierte würde den Rotstift bei der Altersvorsorge ansetzen, wie das aktuelle TeamBank-Liquiditätsbarometer zeigt - eine seit 2016 jährlich durchgeführte bevölkerungsrepräsentative Befragung mit mehr als 1.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.  

Kleidungsstücke länger zu tragen als dem modischen Gewissen zuträglich, ist für die Befragten das kleinste Übel, wenn das Geld knapp wird: 64 Prozent von ihnen meinen, dass Kleidung und Schuhe am ehesten Sparpotenzial bieten.

71 Prozent wollen verreisen

55 Prozent würden weniger für Urlaub ausgeben. Das wäre allerdings ein spürbares Opfer, da viele geplante Urlaubsreisen der vergangenen zwei Jahre bereits der Pandemie zum Opfer gefallen sind: 71 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher geben an, in den kommenden zwölf Monaten verreisen zu wollen – ein Anstieg um zwölf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. 

Die Details zu den Sparplänen:

© Teambank
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Gespart wird zuerst bei den nicht-essenziellen Lebensbereichen. Im Gegensatz dazu stehen Alltagsausgaben wie Heiz- und Stromkosten – hier sieht nur jeder oder jede zehnte Befragte noch Einsparpotenzial.

22 Prozent würden Ausgaben für Geldanlagen, beispielsweise zur Altersvorsorge, reduzieren. „Das ist eine bedenkliche Tendenz“, sagt Frank Mühlbauer, Vorstandsvorsitzender der TeamBank AG. „Damit werden zwar die Probleme der Gegenwart abgemildert, aber möglicherweise fehlen dadurch in Zukunft die Mittel zur Wahrung des Lebensstandards. Bei einer nachhaltigen Finanzplanung empfiehlt es sich, zunächst seine Konsumausgaben in den Blick zu nehmen. Oftmals gibt es versteckte Kostenfallen, wie Abos oder häufiges Essen außer Haus, auf die man verzichten kann.“ 

84 Prozent ärgern sich über Spritpreise

Als wesentlichen Faktor für den wachsenden finanziellen Druck haben die Österreicherinnen und Österreicher die steigenden Kraftstoffkosten ausgemacht: 84 Prozent aller Befragten betrachten sie als zu hoch, ein Zuwachs von 34 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Der Sprit gilt damit in fast allen Bundesländern als Kostenfalle Nummer Eins. Lediglich in Wien mit seinem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz spielt dieser Punkt eine etwas geringere Rolle: 71 Prozent schimpfen dort auf die Tankrechnung, zudem bezeichnen auch deutlich weniger als im Durchschnitt die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel als zu hoch. 

79 Prozent schauen alle paar Tage aufs Konto

Die eigenen Ausgaben zu reduzieren beginnt damit, sich einen Überblick zu verschaffen, wohin das Geld eigentlich fließt. Hier sind die Menschen in Österreich der Umfrage zufolge  gut im Bilde. 89 Prozent können auf Anhieb sagen, wie hoch ihre Wohnkosten sind, 78 Prozent kennen den monatlichen Abschlag für Strom, und 75 Prozent wissen, wie viel Geld sie jeden Monat für Haftpflicht-, Hausrats-, und ähnliche Versicherungen ausgeben. Wie viel Geld nach Abzug der Fixkosten übrigbleibt, wissen 49 Prozent ganz genau, weitere 47 Prozent zumindest ungefähr. Um den Überblick zu behalten, kontrollieren 79 Prozent der Befragten alle paar Tage die Bewegungen auf ihrem Girokonto. Jede oder jeder Dritte führt sogar ein Haushaltsbuch, in dem die Ausgaben beispielsweise mit einer App festgehalten werden.