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Lebensmittel-Gipfel: So will die Regierung die Versorgung sichern

Der Ukraine-Krieg führt teils bereits zu Engpässen auch in heimischen Supermarkt-Regalen. Zudem belastet die extreme Teuerung Lebensmittel-Produzenten und Konsumenten. Um dem gegenzusteuern, luden Landwirtschaftsministerin Köstinger und Kanzler Nehammer am Dienstag zu einem Gipfel mit Experten.

„Derzeit besteht kein Grund zur Besorgnis. Die Lebensmittelversorgung in Österreich ist aktuell gesichert", sagt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Denn die Eigenversorgung Österreichs ist extrem hoch - beträgt beispielsweise bei Getreide 94 Prozent, bei Erdäpfeln 90 Prozent, bei Ölsaaten 47 Prozent, bei Eiern 90 Prozent und bei Butter 73 Prozent.

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Lebensmittel-Gipfel: So will die Regierung die Versorgung sichern
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Damit das so bleibt beziehungsweise noch besser wird, lud die Regierung am Dienstag zu einem Gipfel mit Vertretern auch aus Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und -handel. 

Futter- und Düngemittel 200-300 % teurer

Denn die stark gestiegenen Kosten (teils um 200 bis 300 Prozent)  für Energie, Futter- und Düngemittel führen zu großen Belastungen für die Landwirtschaft. Mögliche Gasengpässe würden die Lage für die Landwirtschaftsbetriebe extrem verschärfen.

Niemand könne prognostizieren, was der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine in den kommenden Wochen und Monaten noch bringen werde, so Köstinger. Insbesondere mit Blick auf den nächsten Herbst gelte es daher, Maßnahmen zur weiteren Sicherung zu ergreifen, sagte die Ministerin nach dem Gipfel zur Lebensmittelsicherheit, an dem unter anderem Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sowie Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) teilnahmen.

Zunächst wurden nach dem Gipfel folgende Maßnahmen präsentiert:

Die Arbeit des Krisenstabs zur Lebensmittelversorgung im Landwirtschaftsministerium, der die aktuellen Entwicklungen beobachtet, wird intensiviert.

Zusätzliche Anbauflächen

Die Eigenversorgung soll weiter erhöht werden. Das geschieht unter anderem durch Nutzbarmachung von Brachflächen. EU-weit werden vier Millionen Hektar zusätzliche Anbauflächen nutzbar gemacht, für Österreich sprach Köstinger von zunächst rund 9.000 Hektar.

Außerdem arbeite man intensiv an sogenannten "grünen Korridoren" für den Transport von Rohstoffen aus der Ukraine. Hier will sich Österreich als Vorreiter positionieren. • Aktuell verlassen nur 10% der üblichen Getreidemenge die Ukraine in Richtung West-Europa.  

Bevorratung wird geprüft

Geprüft werde außerdem der Ausbau der Bevorratung beziehungsweise Lagerhaltung von Grundnahrungsmitteln, so Köstinger: "Wir prüfen, ob strategische Lebensmittel-Reserven für uns Sinn machen."

Mehr Entlastung für Bauern

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger fordert - nach der Mineralölsteuersenkung für Diesel - ein zusätzliches Entlastungspaket für bäuerliche Betriebe: Wir brauchen Schutzwälle gegen die Kostenlawine und kostendeckende Erzeugerpreise."