Kocher spricht Klartext: "Wir werden alle ärmer"

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Kocher spricht Klartext: "Wir werden alle ärmer"

Die hohe Inflation bedeute, dass die Österreicher "relativ gesehen" ärmer würden, sagt Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP). Denn man bekomme ja die gleichen Leistungen für mehr Geld.

Komplett ersetzen könne man die Wohlstandsverluste, die der Bevölkerung durch die enorme Teuerung entstehen, mit den Maßnahmen der Regierung nicht, sagte Kocher am Samstag im Ö1-Mittagsjournal.

Neue Maßnahmen gegen Teuerung

Er kündigte aber an, dass es angesichts der fortschreitenden Teuerung aufgrund des Ukraine-Kriegs weitere, neue Maßnahmen geben werde. Nicht zu leugnen sei, dass die Menschen durch die hohe Inflation ärmer würden. "Man bekommt die gleichen Leistungen für mehr Geld. Das heißt, man wird relativ gesehen ärmer."

Als eine mögliche neue Maßnahme, um das abzufedern, hält Kocher die Abschaffung der kalten Progression durch einen Automatismus bei den Steuertarifen für möglich.

Der Minister zeigte sich zugleich optimistisch, dass die Preissteigerungen wieder zurückgehen. Derzeit sei die Inflation aber so hoch wie seit 40 Jahren nicht.

Vollständiger Ausstieg aus Russen-Gas geht nicht

Zum Thema Gas sagte Kocher, dass er einen schnellen Ausstieg Österreichs aus russischen Gaslieferungen für nicht machbar halte. Zudem werde man wohl auch nicht vollständig aussteigen können, sondern lediglich "den Prozentsatz so gering machen, dass er nicht mehr relevant ist".