Doris Wendler

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E-Autos bei Jungen noch eher ein Flop

Jüngere Menschen begeistern sich kaum für Elektroautos - die sind vorerst weiter eine Domäne älterer Semester. Insgesamt tendieren Frauen stärker zu E-Antrieben als Männer. Nch knapp 80 Prozent der Fahrzeuge in Österreich sind aber Diesel und Benziner.

Laut einer Umfrage für die Wiener Städtische Versicherung bevorzugen von jenen, die mit der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs liebäugeln, bei den 18- bis 30-Jährigen nur 10 Prozent ein E-Auto - bei den älteren sind es rund 22 Prozent. Das könnte neben dem hohen Anschaffungspreis auch an der noch nicht ausreichenden Ladeinfrastruktur liegen, hieß es. Eine wichtige Frage bei E-Autos ist die Reichweite: Knapp 80 Prozent wünschen sich eine Reichweite von mindestens 300 Kilometer.

Bis zu 30-Jährige hängen weiterhin hauptsächlich Benzinern an (37 Prozent), bei den 31- bis 50-Jährigen sind es 32 Prozent, bei den älteren 29 Prozent. Bei Diesel- und Hybridantrieben sind die Unterschiede geringer.

In der Gesamtbevölkerung (18 bis 70) tendieren Frauen mit 22 Prozent etwas stärker zu Elektroantrieben als Männer (17 Prozent), die sich eher als Frauen für Benziner und Hybridmotoren begeistern, aber weniger als Frauen für Diesel. Auch insgesamt ist die Präferenz für E-Autos mit 19 Prozent enden wollend, Hybrid und Diesel lagen mit 24 bzw. 25 Prozent im Mittelfeld, an erster Stelle noch immer mit 32 Prozent ein Benziner.

„Die Umfragezahlen spiegeln auch die aktuellen Zulassungsstatistiken 2021 wider, wo ebenfalls die traditionellen Kraftstoffarten wie Benzin und Diesel knapp 80 Prozent ausmachen. Alternative Antriebsarten sind bei den Neuzulassungen im Steigen, doch auf eher niedrigerem Niveau“, sagt Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung. 

Auch wenn die jüngsten Neuzulassungszahlen bereits einen deutlichen Trend zu Hybrid-Fahrzeugen oder E-Autos erkennen lassen, liegen im Bestand noch immer die klassischen Antriebe vorn, hieß es in einem Online-Pressegespräch. Von den befragten privaten Autobesitzern fuhren 56 Prozent einen Benziner, 46 Prozent einen Diesel-Pkw, nur drei Prozent einen Hybrid und nur zwei Prozent ein reines Elektroauto.

Deutliche Mehrheit besitzt mindestens ein Auto

In der zweiten Februar-Woche wurden 1.000 für die Gesamtbevölkerung repräsentative 18- bis 70-jährige Führerscheinbesitzer befragt. 74 Prozent erklärten, sie hätten ein (oder mehrere) auf sie angemeldete Autos, ein Viertel kann Fahrzeuge von Partnern, Familienangehörigen, Freunden nutzen, vier Prozent können ihr Dienstauto auch privat nutzen, in Summe 6 Prozent nutzen Carsharing, fünf Prozent nutzen derzeit kein Auto.

„Für viele Österreicherinnen und Österreicher hat das Auto im Balanceakt zwischen Beruf, Familie und Freizeit eine hohe Bedeutung. Wenig überraschend spielt das Auto vor allem für die ländliche Bevölkerung eine zentralere Rolle als im urbanen Bereich“, erläutert Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung, die Ergebnisse.

Fast jeder Zweite fährt täglich mit Auto

47 Prozent fahren täglich bzw. fast täglich mit dem Auto, in urbanen Räumen sind es nur 38 Prozent, in ländlichen Gebieten ("rural") 57 Prozent. 53 Prozent sind Wenigfahrer mit maximal 10.000 Kilometern im Jahr, 22 Prozent Vielfahrer mit mindestens 15.001 km.

Nur rund die Hälfte hat Kaskoversicherung

Was die Absicherung der Autos betrifft, verfügt in Österreich nur etwas mehr als jeder Zweite über eine Kaskoversicherung. Lediglich etwas mehr als ein Drittel hat eine Vollkasko- und rund ein Viertel eine Teilkaskoversicherung. Fast 50 Prozent der Wenigfahrer haben nur die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung abgeschlossen. „Das zeigt, dass Österreicherinnen und Österreicher im internationalen Vergleich bei der Kaskoversicherung zögerlich sind. Gerade die Kaskoversicherung kann einen massiven finanziellen Verlust nach Unfällen abfedern“, so Wendler.

Telematik-Tarife, die Versicherungsprämien nach individuellem Fahrverhalten berechnen, sind weitestgehend ein unbekannter Begriff. Jene Befragten, die den Begriff kennen, zeigen sich unentschlossen, lediglich 40 Prozent stehen der Technologie positiv gegenüber. Positiv wird bei Nutzung eines Telematik-Tarifs die Kostenersparnis genannt. Als deutliche Barriere zeigen sich Datenschutzbedenken sowie das Szenario des „gläsernen Menschen“. 

Klimabonus bei Versicherungsprämie

Die Wiener Städtische bietet für Fahrzeuge mit schadstoffarmen Antriebsarten Versicherungsprämien mit einem speziellen Umwelt- und Klimabonus an. Bei einem CO2-Ausstoß von weniger als 141 g/km ist eine Reduktion von bis zu minus 20 Prozent möglich – abhängig von der Höhe des CO2-Wertes. Bei einem reinen Elektroauto sparen Kunden in jedem Fall 20 Prozent bei der Prämie.