Alexis Nasard

Manager

Alexis Nasard wird neuer Swarovski-Chef

Erstmals in seiner Geschichte bekommt der Kristallkonzern Swarovski einen Chef, der nicht einer der Gründerfamilien entstammt. Alexis Nasard wird mit 4. Juli sowohl die Konzern-Geschäftsführung als auch die Leitung des Tiroler Standortes übernehmen.

Er folgt auf Michele Molon, der seit dem Abgang von Robert Buchbauer im Herbst des Vorjahres das Unternehmen interimistisch geleitet hatte. Nasard wird der erste CEO, der nicht einer Swarovski-Gründerfamilie entstammt, teilte das Unternehmen mit.

Damit bestreite man den "Übergang von einem familiengeführten Unternehmen zu einem Unternehmen im Familienbesitz", hieß es. Auch im Verwaltungsrat seien mittlerweile mehrheitlich familienfremde Personen vertreten. Dennoch wolle die Familie "weiterhin das Erbe des Familiengründers Daniel Swarovski aktiv in der Eigentümerrolle mitgestalten".

"Erfahren und umsetzungsstark"

Nach einem Personalabbau in Wattens war in den vergangenen Jahren viel über die Zukunft des Standortes auch unter Beteiligung der Tiroler Landespolitik diskutiert worden. Luisa Delgado, Präsidentin des Verwaltungsrates, hielt fest: "Der Verwaltungsrat ist sich einig: Wattens wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen, wenn es um Innovationen, Effizienz und das ganz besondere Swarovski-Erlebnis geht". Delgado lobte Nasard als "sehr erfahrene und umsetzungsstarke Führungspersönlichkeit", Molon werde künftig die neu geschaffene "Schlüsselposition des Chief Commercial Officers" bekleiden.

Nasard von Marke Swarovski fasziniert

Nasard zeigte sich "begeistert" über seine Zukunft bei Swarovski. Das Unternehmen fasziniere ihn "als Luxusmarke, als kulturelle Ikone und als voll integriertes Geschäftsmodell mit seiner einzigartigen Positionierung in der Welt des Schmucks, des Designs, der Mode, von Bühne und Leinwand".

Laut LinkedIn war Nasard zuletzt als Senior Business Advisor bei McKinsey & Company tätig. Zuvor arbeitete er als CEO beim Marktforschungsunternehmen Kantar sowie einige Jahre als CEO des Schuhherstellers Bata und bei Heineken.

Familien-Streit

Swarovski war in den vergangenen Jahren wegen eines Stellenabbaus und wegen familieninternen Streitigkeiten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Über 1.000 Mitarbeiter wurden am Stammsitz gekündigt, womit sich einige Familienmitglieder nicht einverstanden zeigten und um den Fortbestand des Standortes fürchteten. Mittelfristig sollen in Wattens 3.000 Mitarbeiter beschäftigt sein, hieß es. Auch die Schaffung einer Swarovski Auslandsholding (SAH) sorgte für massive Verstimmungen. Letztlich landete die Auseinandersetzung vor Gericht, schließlich wurde die Eintragung der SAH ins Firmenbuch vom Landesgericht Innsbruck aber genehmigt.

Pandemie sorgte für Umsatzeinbruch

Das Unternehmen musste zudem nicht zuletzt aufgrund der Coronakrise starke wirtschaftliche Einbußen verkraften. Hatte Swarovski 2019 noch 2,7 Mrd. Euro erwirtschaftet, war der Umsatz im vergangenen Jahr auf 1,9 Mrd. Euro eingebrochen. Swarovski teilte mit, dass es sich nun im "erschwinglichen Luxussegment" repositionieren wolle. Laut einer Aufstellung des Unternehmensberaters Deloitte gehört Swarovski dennoch weiterhin zu den größten 30 Luxusgüterherstellern der Welt.