Hedgefonds-Desaster kostet Versicherungsriesen Allianz 3,7 Milliarden Euro

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Hedgefonds-Desaster kostet Versicherungsriesen Allianz 3,7 Milliarden Euro

US-Anleger haben den deutschen Allianz-Konzern geklagt, weil sie mit Hedgefonds der Tochter Allianz Global Investors zu Beginn der Coronakrise Milliarden verloren. Jetzt werden Vergleiche geschlossen. 

Ein Desaster mit riskanten Finanzanlagen in den USA überschattet ein Rekordjahr der Allianz. Mehr als 3,7 Milliarden Euro kostet es den deutschen Versicherungsriesen, die Klagen von Anlegern und Untersuchungen der US-Behörden beizulegen. Mit den meisten großen US-Investoren habe man sich am Freitagvormittag auf einen Vergleich geeinigt, sagte Vorstandschef Oliver Bäte in München.

Mit vermeintlich sicherer Anlage alles verloren

Die Investoren hatten mit Hedgefonds von Allianz Global Investors zu Beginn der Coronakrise Milliarden verloren.  Die Papiere waren vor allem an große Pensionsfonds verkauft worden, die an eine sichere Anlage glaubten. Doch als die Märkte im März 2020 wackelten, verloren sie einen Großteil ihres Einsatzes. Die Käufer der Hedgefonds warfen der Allianz vor, ihre Versprechungen nicht eingehalten zu haben. Gut zwei Dutzend Investoren klagten den Münchner Konzern auf mehr als sechs Milliarden Dollar.

„Die bevorstehenden Vergleichsabschlüsse bilden einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Beendigung aller Verfahren“, so die Allianz nun. Von den dafür gebildeten Rückstellungen von 3,7 Milliarden Euro sei der Nettogewinn im vergangenen Jahr mit 2,8 Milliarden Euro belastet worden. Der Nettogewinn der Allianz lag aber trotz der Belastungen mit 6,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr nur um drei Prozent unter dem von der Coronakrise geprägten Vorjahreswert. Das war aber der niedrigste Wert seit 2013. Operativ lief es prächtig: Der Rekordgewinn von 13,4 Mrd. Euro lag um ein Viertel über dem Vorjahresniveau und über den eigenen Erwartungen.

Aktionäre sollen nicht leiden: Dividende steigt

Die Aktionäre sollen unter der Hedgefonds-Affäre nicht leiden: Die Dividende soll kräftig um 1,20 Euro auf 10,80 Euro je Aktie steigen. 

Vorstand muss über Boni büßen

Der gesamte Vorstand werde die Verluste dagegen über den Bonus für 2021 im eigenen Geldbeutel spüren und damit "seinen fairen Anteil tragen", sagte Bäte. Die für Asset Management zuständige Vorständin Jacqueline Hunt hatte bereits im Herbst gehen müssen.