Börsen-Crash geht weiter: ATX verliert 3,3 Prozent

Märkte und Börsen

Börsen-Crash geht weiter: ATX verliert 3,3 Prozent

Nach Inkrafttreten der Russland-Sanktionen geht die Talfahrt an den Börsen weiter. Der Montag brachte wieder Verluste. Bankaktien stürzten teils ins Bodenlose.

Die europäischen Börsen sind am Montag mit starken Einbußen in den Handel gestartet. Bis zum Abend konnten die Anfangsverluste zwar teils aufgeholt werden - trotzdem blieben die Kurszettel durchwegs tiefrot.

Der Wiener Leitindex ATX rutschte 117,16 Punkte oder 3,34 Prozent auf 3.388,98 Punkte ab. Noch deutlichere Verlaufsverluste konnten im Späthandel etwas eingegrenzt werden - aber Wien blieb stärker im Minus als andere Märkte. 

Sanktionen schicken Börsen auf Talfahrt

Belastet wurden die Märkte von der Eskalation des Kriegs in der Ukraine und den vor diesem Hintergrund am Wochenende beschlossenen Wirtschaftssanktionen der USA und der EU gegen Russland. In der Nacht zum Montag hat die EU ihre schwerwiegenden Sanktionen gegen die russische Zentralbank in Kraft gesetzt, darunter ein Verbot von Transaktionen mit dem Finanzinstitut. Zudem werden alle Vermögenswerte der Bank in der EU eingefroren. Auch werden russische Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift ausgeschlossen.

Raiffeisen-Aktie erneut gut 14 Prozent im Minus

Besonders stark unter die Räder kamen europaweit die Aktien großer Banken. mit Verlusten von mehr als sieben Prozent die beiden Tagesverlierer im Euro-Stoxx-50. Aktien der Deutsche Bank verloren 5,2 Prozent und waren das Schlusslicht im DAX. Der deutsche Index grenzte seinen Verlust bis zum Abend auf 0,7 Prozent ein.

In Wien brachen die Titel der in der Ukraine und in Russland tätigen Raiffeisen Bank International (RBI) um gut 14 Prozent ein. Die Papiere der  Erste Group rutschten 9,5 Prozent ab.  

Starke Verluste auch für OMV

Klar schwächer zeigten sich auch die OMV-Aktien mit einem MInus von knapp 8 %. Wienerberger und Andritz schlossen jeweils rund 2,4 Prozent tiefer, während voestalpine um 1,5 Prozent zulegen konnten.  

Stromerzeuger gewinnen wegen Gaskrise

Unter den wenigen Gewinnern fanden sich europaweit Aktien von Stromerzeugern. Die Diskussion über die Energiesicherheit aus Furcht vor einem Stopp russischer Gaslieferungen trieb die Anleger weiter in Aktien der Branche, hieß es. In Wien zogen die Verbund-Aktien um 5,5 Prozent an und EVN legten 2,5 % zu.

Rüstungs-Aktien legen zu

Stark gesucht waren angesichts der jüngsten Entwicklungen zudem Aktien von Rüstungskonzernen. In London waren Aktien der BAE die größten Gewinner im FTSE mit einem Plus von gut zehn Prozent. In Frankfurt legte der Kurs des Militärfahrzeug-Herstellers Rheinmetall knapp 25 % zu.