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Märkte und Börsen

Apple ist nicht mehr das wertvollste Unternehmen der Welt

Öl zieht in der aktuellen Situation an der Börse mehr als Technologie: Der größte Erdölkonzern der Welt, Saudi Aramco, hat den iPhone-Konzern Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst. 

Der hohe Ölpreis sorgt für einen Wechsel im internationalen Ranking der Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert.

Apple-Aktie am tiefsten Stand seit Oktober

Während der Aktienkurs von Saudi Aramco in den vergangenen Wochen von den hohen Ölpreisen profitiert hatte, waren die Apple-Papiere  wegen steigender Kapitalmarktzinsen, Lieferengpässen und Wachstumssorgen immer mehr unter Druck geraten. Am Mittwoch fielen Apple um fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober.

Der Kurs von Saudi Aramco war an der Heimatbörse Tadawul in Riad seit Mitte März mit den hohen Ölpreisen um mehr als 17 Prozent gestiegen. Der Apple-Kurs hat hingegen seit Ende März fast 17 Prozent eingebüßt. Die Aussicht auf steigende Zinsen ließ die Investoren vor allem Technologieaktien verkaufen. Denn in der langen Phase des billigen Geldes hatten Anleger immer mehr auf wachstumsstarke Tech-Unternehmen gesetzt. Nun aber dürften die Zinsen angesichts der hohen Inflation kräftig anziehen, womit sich Apple, Amazon, Microsoft & Co als überbewertet erweisen könnten.

Saudi Aramco 2,43 Billionen Dollar wert

Die Aktien der Ende 2019 an die Börse gegangenen Saudi Aramco hatten zuletzt ein Rekordhoch erreicht. Das Unternehmen bringt es gegenwärtig auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 2,43 Billionen US-Dollar. Damit ließen sie erstmals seit 2020 Apple wieder hinter sich. Das Unternehmen aus Cupertino in Kalifornien ist mit den aktuellen Verlusten nur noch 2,41 Billionen Dollar wert. Noch zu Jahresanfang war Apple mit rund 3 Billionen Dollar um eine Billion Dollar schwerer als der saudi-arabische Ölproduzent.

Panikverkäufe bei Tech-Aktien

Die US-Notenbank Fed dürfte die Leitzinsen in diesem Jahr um weitere 1,5 Prozentpunkte erhöhen. Das und die Aussicht auf einen fortdauernden Krieg in der Ukraine lasse so rasch keine Rückkehr der großen Tech-Konzerne zu alter Stärke erwarten, sagte Tim Ghriskey, Portfoliostratege von Ingalls & Snyder. Er sprach von "Panikverkäufen" bei etlichen Technologietiteln und anderen hoch bewerteten Unternehmen. Die dabei frei werdenden Mittel dürften die Investoren nicht zuletzt in Energiewerte reinvestieren, deren Wachstumsaussichten rosig seien. "Von dieser Gemengelage profitieren Unternehmen wie Saudi Aramco ganz erheblich", so der Experte.