Spritpreise in Slowenien auf einen Schlag um 20 Cent gestiegen

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Spritpreise in Slowenien auf einen Schlag um 20 Cent gestiegen

Mit dem Inkrafttreten eines neuen Preismodells am Dienstag ist Tanken in Slowenien empfindlich teurer geworden - aber noch immer billiger als in Österreich. Zuvor waren die Spritpreise gedeckelt, das führte in den letzten Tagen zu Treibstoffmangel.

In Slowenien sind die regulierten Spritpreise am Dienstag, mit dem Inkrafttreten des neuen Preismodells um etwa 20 Cent gestiegen. An den Tankstellen abseits der Autobahnen, wo die Preise reguliert werden, kostet ein Liter Normalbenzin 1,755 Euro, der Preis für Diesel liegt bei 1,848 Euro. An den Autobahntankstellen, wo sich die Preise nach Angebot und Nachfrage am freien Markt richten, sind die Kraftstoffe noch teurer, wie slowenische Medien berichteten.

Regulierte Preise abseits der Autobahnen 

An den Tankstellen entlang der Autobahnen liegt der Benzinpreis um etwa 10 bis 20 Cent über den regulierten Preisen. Diesel ist zwischen 15 bis 20 Cent teurer und hat auf den Autobahntankstellen die Zwei-Euro-Marke übersprungen.

In den letzten Tagen des alten Preisregimes - als die Preise für Benzin noch bei 1,56 Euro und für Diesel bei 1,668 Euro pro Liter fixiert waren - kam es in Slowenien zu erheblichen Problemen wegen Kraftstoffmangels. An vielen Tankstellen im ganzen Land ging am Wochenende der Sprit aus, mancherorts setzten sich die Probleme auch am Montag fort. Die Tankstellenbetreiber begründeten das mit der größeren Nachfrage von Touristen auf der Rückreise sowie heimischen Verbrauchern, die noch günstiger tanken wollten. Außerdem hätte es logistische Probleme bei der Belieferung von Tankstellen gegeben, hieß es.

Spekulationen, dass die Treibstoffhändler unmittelbar vor dem erwarteten Preisanstieg absichtlich das Angebot gedrosselt hätten, werden nun vom Marktinspektorat geprüft. Wirtschaftsminister Marjaž Han versicherte am Montag, dass es im Land ausreichend Vorräte gebe, sodass man sich keine Sorgen über Kraftstoffmangel zu machen brauche. Regierungschef Robert Golob bezeichnete den Spritmangel an den Tankstellen als "ein Skandal in jeder Hinsicht". Die Händler hätten sich auf die Situation besser vorbereiten müssen, so Golob laut Medien mit Blick darauf, dass diese vorhersehbar gewesen sei. Die Regierung hat das neue Preismodell vergangene Woche angekündigt

Immer noch billiger als in Österreich

Trotz Anstiegs sind die Spritpreise in Slowenien den Medien zufolge noch immer niedriger als in Nachbarländern, etwa in Österreich und Italien. Die Preise seien vergleichbar mit Kroatien, wo sie abseits der Autobahnen nach der jüngsten Intervention bei umgerechnet 1,74 Euro pro Liter für Benzin und 1,80 Euro für Diesel liegen. Auf den kroatischen Autobahntankstellen, wo die Regierung nicht interveniert hat, beträgt der Preis 1,87 Euro für ein Liter Normalbenzin und 1,94 Euro für Diesel, wie kroatische Medien berichteten.

Preisdeckelung wieder abgeschafft

Die neue slowenische Regierung hat vergangene Woche beschlossen, die Preisdeckelung, die im Mai noch von der Vorgängerregierung eingeführt wurde, abzuschaffen. Das Preisregime sei wegen millionenschwerer Entschädigungsforderungen der Treibstoffhändler untragbar, hieß es zur Begründung. Stattdessen wurde per Dienstag, ein zweistufiges Preismodell mit Marktpreisen auf den Autobahntankstellen und regulierten Preisen abseits der Autobahnen eingeführt. Diese Regelung wird zwölf Monate gelten, die regulierten Preise werden im 14-Tage-Takt bestimmt.