Gesundheitskonzern Fresenius verschärft Sparkurs

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Gesundheitskonzern Fresenius verschärft Sparkurs

Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius verschärft seinen Sparkurs.

Nach Fortschritten in seinem Kosten- und Effizienzprogramm will das Unternehmen die Kosten weiter drücken, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Er will nun bis 2023 Einsparungen von mindestens 150 Millionen Euro erreichen. Ursprünglich hatte Fresenius über 100 Millionen Euro angepeilt.

Die Einsparungen sollen aus der Konzern-Dachgesellschaft kommen sowie allen vier Unternehmensbereichen - dem Krankenhausbetreiber Helios, der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC), dem Flüssigmedizinanbieter Kabi und der Projekttochter Vamed. Die Vamed mit Sitz in Wien ist ein österreichischer Gesundheitsdienstleister, an dem Fresenius die Mehrheit hält.

Fresenius rechnet damit, dass das Programm aber zunächst viel Geld kostet: Heuer soll der Löwenanteil der Aufwendungen mit mehr als 200 Millionen Euro anfallen und 2023 weitere 100 Millionen.

Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte im Frühjahr 2021 ein Umbauprogramm auf den Weg gebracht. Fresenius und die ebenfalls im Dax notierte FMC stehen an der Börse unter Druck. Mehrere Gewinnwarnungen verschreckten Investoren. Zudem belasten die Folgen der Pandemie den Konzern etwa in der Kliniksparte sowie im Dialysegeschäft, wo viele Nierenpatienten an Corona sterben.

FMC hatte im November den Abbau von weltweit 5.000 Jobs angekündet. Mit der Konzentration auf zwei globale Segmente will der Konzern Doppelstrukturen abschaffen und die jährlichen Kosten bis 2025 um 500 Millionen Euro senken. Die Umstellung auf das neue Betriebsmodell soll bis 2023 erreicht sein. Bis 2024 solle ein Großteil der Kostensparmaßnahmen abgeschlossen werden, teilte FMC am Dienstag mit. In den kommenden Jahren sollen auch 500 bis 750 Stellen in Deutschland entfallen. Details stehen noch aus.