Deutsche Wirtschaft zog im Februar kräftig an

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Deutsche Wirtschaft zog im Februar kräftig an

Die deutsche Wirtschaft ist im Februar wegen der Erholung der Dienstleister so stark gewachsen wie seit einem halben Jahr nicht mehr.

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - kletterte um 2,4 auf 56,2 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte. Das ist der beste Wert seit August 2021.

Das Barometer liegt klar über der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf 54,3 Zähler gerechnet.

"Diesmal war der Servicesektor die treibende Kraft", kommentierte Markit-Ökonom Phil Smith die Entwicklung. Und das trotz der Omikronwelle mit Rekord-Neuinfektionen. Experten werten das als Zeichen dafür, dass sich viele Dienstleister auf die Coronapandemie besser eingestellt haben. Künftig dürften Handel, Restaurants und andere Service-Anbieter von gelockerten Corona-Auflagen profitieren: Ab 20. März sollen in Deutschland die "tiefgreifenden Schutzmaßnahmen" entfallen, einigten sich Bund und Länder in der vergangenen Woche.

Index legt zu

Der Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister allein legte um 4,4 auf 56,6 Punkte zu, der für die Industrie sank hingegen um 1,3 auf 58,5 Zähler. "Trotz des schwächeren Produktionswachstums in der Industrie wies der Auftragseingang das stärkste Plus seit einem halben Jahr aus", sagte Smith dazu. "Außerdem scheint der Lieferdruck weiter nachzulassen, da sich die Lieferzeiten so geringfügig verlängerten wie seit November 2020 nicht mehr."

Sehr hoch bleibt der Inflationsdruck für die deutsche Wirtschaft. Die Einkaufspreise legten ähnlich kräftig wie zu Beginn des Jahres. Gleichzeitig hoben die Unternehmen ihre Verkaufs- und Angebotspreise für Güter und Dienstleistungen mit der zweithöchsten Rate seit Umfragebeginn an