Bonbon-Streit: Kundin fordert 5 Millionen von Ricola

International

Bonbon-Streit: Kundin fordert 5 Millionen von Ricola

Der Schweizer Kräuterbonbon-Hersteller wurde in den USA von einer Kundin auf fünf Millionen Dollar Schadenersatz geklagt. Weil sie sich über die Inhaltsstoffe der Zuckerl getäuscht fühlt.

Wie der Schweizer „Blick“ berichtet, argumentiert die Klägerin aus dem US-Bundesstaat Illinois, die Verpackungsaufschrift „Made with Swiss Alpine Herbs“ (deutsch: „Mit Schweizer Alpenkräutern“) wecke falsche Erwartungen bei den Kunden.

Auf Packung abgebildete Kräuter wirken nicht

Nämlich dass die abgebildeten Kräuter für eine heilende Wirkung der Hustenbonbons verantwortlich seien. Tatsächlich könne aber einzig das in den Ricolas enthaltene Menthol Linderung bei Halsweh verschaffen.

"Hätte billigere Bonbons gekauft"

Die Klägerin sieht darin eine absichtliche Täuschung der Konsumenten - mit dem Ziel, höhere Preise für die Bonbons verlangen zu können. Hätte sie über die mangelnde Wirkung der Kräuter in den Ricola-Zuckerln gewusst, hätte sie sich günstigere US-Bonbons gekauft und nicht das teure Schweizer Produkt.

Ricola wollte mit Verweis auf das laufenden Verfahren keine Stellung nehmen und erklärte nur, "jederzeit sämtliche Vorschriften korrekt eingehalten zu haben".  

Sammelklagen-Hype in USA

In den USA sind Sammelklagen wegen angeblich irreführender Produktversprechen, insbesondere bei Lebensmitteln, in den letzten Jahren immer beliebter geworden 2021 war mit 325 solchen Klagen ein Rekordjahr. Zum Beispiel wurde die Bezeichnung Soja-Milch für betrügerisch befunden, weil die "Milch" nicht von Kühen komme.

Diese Klage scheiterte - wie überhaupt die Erfolgsaussichten solcher Eingaben von sich naiv stellenden Konsumenten gering ist.