Aus für Gaspipeline Nord Stream 2 als Strafe für Putins Krieg

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Aus für Gaspipeline Nord Stream 2 als Strafe für Putins Krieg

Als Reaktion auf das russische Vorgehen in der Ukraine stoppt der Westen das Zertifizierungsverfahren für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 . Die österreichische OMV ist an der Finanzierung der Röhre mit 729 Millionen Euro beteiligt.

Die umstrittene Erdgaspipeline Nord Stream 2 geht vorerst nicht in Betrieb. Dies kündigte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz am Dienstag in Berlin an. Er habe sein Wirtschaftsministerium angewiesen, eine Neubewertung der Pipeline vorzunehmen, durch die russisches Gas direkt nach Deutschland geleitet werden soll. Derzeit werde es keine Zertifizierung für den Betrieb der Pipeline geben. "Und ohne diese Zertifizierung kann Nord Stream 2 ja nicht in Betrieb gehen", so Scholz.

Olaf Scholz: Keine Zertifizierung für Pipeline

 "Das geht jetzt einen neuen Gang", sagte Scholz. "Das wird sich sicher hinziehen." . "Die Lage ist heute eine grundlegend andere." Deshalb müssten "all die Fragen, die uns bewegen, mit einfließen". Scholz gab das vorläufige Aus des Projekts nach einem Treffen mit Irlands Ministerpräsidenten Micheál Martin bekannt.

1.230 km Röhre von Russland nach Deutschland

© APA
Aus für Gaspipeline Nord Stream 2 als Strafe für Putins Krieg

Die 1.230 Kilometer lange Pipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland ist zwar fertiggestellt, es fließt bisher aber noch kein Erdgas durch die Röhre. Denn die Genehmigungsverfahren sind noch nicht abgeschlossen.

US-Präsident Joe Biden hatte bei einem Treffen mit Scholz jüngst deutlich gemacht, dass ein russischer Einmarsch in die Ukraine das Aus für die bereits fertig gestellte Leitung bedeuten würde.  

Auch Bundeskanzler Karl Nehammer hatte zuletzt betont, zu dem in Vorbereitung befindlichen "Sanktionsregime" der EU gegen Russland gehöre auch die Nichtinbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2.

Insgesamt rund 10 Milliarden Euro Kosten

Die in der Schweiz ansässige Projektgesellschaft Nord Stream 2 gehört dem russischen Staatskonzern Gazprom. An der Finanzierung der Röhre ist auch die österreichische OMV beteiligt - mit 729 Millionen Euro. Die Gesamtkosten wurden auf rund zehn Milliarden Euro beziffert.