Start-up refurbed wird nun auch Modehändler

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Start-up refurbed wird nun auch Modehändler

Das Wiener Start-up refurbed hat sich als Internet-Marktplatz für generalüberholte Smartphones und andere Elektronikgeräte einen Namen gemacht. Jetzt erweitert die junge Firma ihr Angebot um fair produzierte Mode.

Bisher wurden auf refurbed rund 15.000 Produkte angeboten, darunter Smartphones, Laptops, Wearables, Haushaltsgeräte, E-Scooter - vollständig überholt und um bis zu 40 Prozent günstiger. Ab sofort will refurbed mit der neuen Kategorie Fashion eine weitere „Umweltsünderbranche“ verändern und Kunden so eine nachhaltige Konsum-Alternative zur ressourcenverschwendenden „Fast Fashion“ anbieten.  

Nachhaltige Mode

Anders als im bisherigen Modell würden die Textilien nicht gebraucht gekauft und generalüberholt, sondern von externen Anbietern neu und unter "fairen" Standards produziert, erklärt Kilian Kaminski, Mitgründer des Start-ups. 

Die von der Elektronik her bekannten Benefits erhalten auch Fashion-Kunden: CO2-neutrale Produkte, 30-Tage-Gratis-Rückgaberecht, kostenlose Zustellung und ein gepflanzter Baum pro verkauftem Produkt.

"Umdenken im Konsumverhalten"

Langfristiges Ziel von refurbed ist es, der europäische Online-Marktplatz für nachhaltige Produkte zu werden. „Die Klimakrise fordert von uns allen ein Umdenken im Konsumverhalten. Wir sehen, dass die Menschen nachhaltige Produkte kaufen wollen, aber nicht wissen wo – oder wie sie deren Seriosität bewerten können“, so Mitgründer Peter Windischhofer: „Neben den Unmengen an Elektroschrott, den wir als Gesellschaft produzieren, erzeugt die konventionelle Textilindustrie ebenfalls gigantische Umweltprobleme. Deshalb wollen wir Slow-Fashion-Produzenten eine zentrale Plattform bieten, über die der nachhaltige Vertrieb von neuen Kleidungsstücken und Accessoires möglich ist". 

Recycling-Materialien

Die von refurbed ausgewählten Händler müssen – um ihre Produkte auf der Plattform anbieten zu können – strenge Qualitätskriterien erfüllen, so u.a. Transparenznachweise in der gesamten Lieferkette sowie ein Mindestanteil von 50 Prozent recycelter Materialien pro Produkt. Dazu zählen innovative Materialien wie „Leder“ aus Apfel- und Ananasschalen ebenso wie recycelte Baumwolle, Polyester oder die Weiterverwendung von so genanntem „dead stock“, also unverkaufter Ware der Fast Fashion Industrie, die sonst im großen Stil vernichtet würde. 

Das Start-up refurbed wurde 2017 von Peter Windischhofer, Kilian Kaminski und Jürgen Riedl in Wien gegründet, beschäftigt mittlerweile mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.