Shopping: Die Sieger- und Verlierer-Branchen 2021

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Shopping: Die Sieger- und Verlierer-Branchen 2021

Mit 73,6 Milliarden Euro hat der Einzelhandel in Österreich 2021 um fünf Prozent mehr umgesetzt als im Vorkrisenjahr 2019. Aber während einige Branchen zulegten, sind etwa Mode- und Schuhhandel noch tief im Minus.

In Summe sei das Jahr 2021 gut gelaufen, doch die Durchschnittsbetrachtung alleine reiche nicht aus, resümiert Rainer Trefelik, Handelsobmann in der Wirtschaftskammer (WKÖ). Der in der Pandemie stark gewachsene Lebensmittelhandel ziehe den Durchschnitt hinauf - "aber branchenweise war es höchst unterschiedlich", so Trefelik. Die Divergenz zwischen den einzelnen Handelsbranchen sei größer denn je.

Schuhe minus 26 Prozent, Mode minus 19 Prozent

In zwei Jahren Pandemie habe es im Einzelhandel massive Verschiebungen gegeben. Am deutlichsten in Richtung E-Commerce: Der Online-Handel verzeichnete 2021 im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 ein Umsatzplus von 18,4 Prozent. Im Lebensmittelhandel gab es 10,8 Prozent Zuwachs, im Möbelhandel ein Plus von 7,3 Prozent. Der Schuhhandel hingegen wies ein Minus von 26,3 Prozent gegenüber 2019 aus. der Modehandel büßte 19 Prozent ein.

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Shopping: Die Sieger- und Verlierer-Branchen 2021

Möbel statt Kleidung

Klar sichtbar wird an diesen Zahlen: Die Menschen haben mehr in die eigenen vier Wände investiert als in neue Kleidung - die sie angesichts von Lockdowns, Homeoffice und fehlenden Events  ohnehin nicht brauchten. Ein klares Plus gab es auch im Handel mit Bau- und Heimwerkerbedarf.

Der Online-Boom besteht zwar weiter, das Wachstum ist aber eingebremst. Im Vergleich mit 2020 steigen die Internet-Umsätze im Vorjahr nur noch um 1,1 Prozent. „Hier muss freilich auch berücksichtigt werden, dass es schwierig ist, nach dem hohen Umsatzniveau von 2020 nochmals derart hohe Steigerungsraten zu erzielen“, sagt Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der WKÖ.

Coronaregeln und Demos trüben Einkaufslust

Der Handel kämpft aber nicht nur mit wegen der anhaltenden Coronamaßnahmen nur schleppend anziehenden Umsätzen. Getrübt werde die Shoppinglaune auch durch die zahlreichen Demonstrationen. 2021 habe es in Wien 159 große Demos gegeben, bei denen 71 Mal die Ringstraße gesperrt und 99 Mal der 1. Bezirk betroffen gewesen sei, sagt Trefelik. "Und im noch recht jungen Jahr 2022 hatten wir schon neun Freitage und Samstage mit Ringsperre." Wichtig sei, eine Lösung zu finden, um das wichtige Recht auf Versammlungsfreiheit mit jenem auf Erwerbsfreiheit kombinieren zu können, so der Handelsobmann.

Handel sucht 16.000 Mitarbeiter

Massiv verschärft hat sich der Fachkräftemangel: Aktuell werden im Handel 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.