Lebensmittel-Kennzeichnung: Das ändert sich in Supermärkten und Kantinen

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Lebensmittel-Kennzeichnung: Das ändert sich in Supermärkten und Kantinen

Beim Einkaufen muss für die Kunden ab 2023 klar ersichtlich sein, woher die "Primärzutaten" in verarbeiteten Lebensmitteln stammen. Das gilt auch für von der öffentlichen Hand beauftragte Kantinen. Die allgemeine Gastronomie ist vorerst ausgenommen.

Den Österreichern wird immer wichtiger, woher ihr Essen stammt. Diesbezüglich gibt es künftig auch bei verarbeiteten Lebensmitteln in den Supermärkten mehr Klarheit.

Fleisch, Milch, Eier

Denn es wird eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung für Fleisch, Milch und Eier soll mit 2023 in Kraft treten. Die beiden finalen Verordnungen gehen nun in Begutachtung, gab Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Mittwoch nach dem Ministerrat bekannt. 

Wo wurde das Ei gelegt?

Vorgesehen sind die Kennzeichnung der Primärzutaten Fleisch, Milch und Eier. Das sind jene Zutaten mit einem Anteil von mindestens 50 Prozent am Lebensmittel oder solchen, die der Konsument üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels assoziiert. Bei Fleisch muss in der Regel gekennzeichnet werden, wo das Tier geboren, gemästet und geschlachtet wurde. Bei Milch, wo das Tier gemolken wurde. Und bei Eiern, wo das Ei gelegt wurde.

Auf der Verpackung

Lebensmittelhersteller sollen auf der Verpackung von verarbeiteten Produkten wie Wurst oder Mayonnaise die Herkunft der Produkte angeben. 

Die neue Vorschrift wird auch in von der öffentlichen Hand beauftragten Kantinen. Hier müssen die Herkunftsangaben mittels Aushang oder in der Speisekarte erfolgen.

 "Damit wird dem verstärktem Wunsch von Konsumenten nach Transparenz Rechnung getragen", so Sozial- und Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). 86 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher würden großen Wert auf die Herkunft von Lebensmittel legen.  

Die Gastronomie ist von der verpflichtenden Herkunftsbezeichnung vorerst ausgenommen. Man wolle bei der Industrie und den Handelsketten beginnen, die mit Eigenmarken aus Produkten oft nicht-österreichischer Herkunft große Margen machten, so Köstinger. Zudem solle zuerst ein ordentliches Kontrollsystem etabliert werden, das die Betriebe nicht - wie bei der Allergenkennzeichnung - mit zu viel Bürokratie belaste.

Kauf heimischer Produkte stärkt Wirtschaft 

Heimische Produkte zu kaufen, würde die österreichische Wirtschaft stärken, betonte Köstinger. Wenn um 1 Prozent mehr heimische Produkte gekauft würden, würde das 3.100 Arbeitsplätze und eine zusätzliche Wertschöpfung von 140 Mio. Euro schaffen.