Experten sehen Goldpreis Ende des Jahres bei 2.200 Dollar

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Experten sehen Goldpreis Ende des Jahres bei 2.200 Dollar

Bis 2030 könnte Gold auf 4.800 Dollar je Feinunze steigen, sagten die Fondsmanager Ronald-Peter Stöferle und Mak Valek bei der Präsentation ihres alljährlichen Berichts "In Gold we Trust".

Die Wirtschaft stehe vor einer längeren, jedenfalls einige Jahre in Wellen andauernden höheren Inflation bei gleichzeitig schwachem Wirtschaftswachstum, so Experte Stöferle. Der Ukraine-Krieg, der Rückgang der Globalisierung, hohe Kosten für den Kampf gegen den Klimawandel, aber auch eine aus seiner Sicht beginnende Lohn-Preis-Spirale seien strukturelle Gründe für dauerhafte Inflation.

Inflation bleibt hoch

Die Autoren des 480 Seiten dicken aktuellen Gold-Reports empfehlen in der aktuellen Situation weiter Gold als Anlage. Sie sehen eine Stagflation - also eine Kombination aus hoher Inflation und schwachem Wirtschaftswachstum. Das dämpft die Aktienmärkte. Andererseits steigen die Rohstoffpreise seit einiger Zeit stark, was durch den Ukraine-Krieg noch einmal angeheizt wurde.

Keine glänzende Performance 2021

Im Jahr 2021 hat Gold allerdings nicht gerade glänzend performed. In Dollar gab es ein Minus von 3,6 Prozent, in Euro ein Plus in gleicher Höhe. Auch heuer hat dass Gold noch nicht wirklich gezeigt, was in ihm steckt. Zumindest nicht in Dollar, da liegt die Kursentwicklung bei plus minus null. Während es in Euro bereits ein schönes Plus von knapp acht Prozent gibt.

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Experten sehen Goldpreis Ende des Jahres bei 2.200 Dollar

 

Kryptos stahlen Gold die Show

Die Gründe für die enttäuschende Gold-Performance bei steigender Inflation seien vielfältig, so die Report-Autoren Stöferle und Valek. So sei der Preis 2019 und 2020 schon stark gestiegen. Außerdem habe die Konkurrenz der Kryptowährungen dem Gold teilweise "die Show gestohlen". Viel Geld floss zuletzt in Bitcoin & Co. 

Besonders wirksam "gegen Gold" sei aber die häufig verkündige Überzeugung der Zentralbanken gewesen, dass die Inflation nur temporär sei und bald wieder vorübergehe. "Das hat der Goldmarkt geglaubt", so Stöfele, der wie auch Valek überzeugt ist, dass die Inflation nun ein dauerhaftes Phänomen ist.

Viel Potenzial nach oben

Die beiden Experten sehen den Goldpreis zu Ende dieses Jahrs bei rund 2.200 Dollar. Und sie halten an ihrer Annahme fest, dass sich der Kurs bis 2030 auf 4.800 Dollar vom heutigen Niveau aus gesehen mehr als verdoppeln wird - wobei es kurzfristig immer wieder "Gegenwind" geben dürfte.