Ex-Amazon-Mitarbeiter fasst zehn Monate Gefängnis aus

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Ex-Amazon-Mitarbeiter fasst zehn Monate Gefängnis aus

Suchergebnisse manipuliert: Eine internationale Bande hat Rankings beim auf Amazons Marketplace manipuliert und ihren Auftraggebern Wetttbewerbsvorteile im Wert von 100 Millionen Dollar ertrickst.

Damit ihre Produkte bei der Amazon-Suche weit oben auftauchen, hat eine Bande die Suchergebnisse in großem Stil manipuliert. Denn je weiter oben ein Artikel auftaucht, desto größer die Chance auf Kauf-Klicks.

In dem Betrugsskandal wurde nun ein früherer Amazon-Mitarbeiter in den USA zu zehn Monaten Haft und einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt. Der 28-jährige Rohit Kadimisetty hatte laut US-Medien einst für Amazon in Indien gearbeitet und dann sein Insider-Wissen und die Kontakte zu Ex-Kollegen für illegale Manipulationen genutzt, wie die US-Justiz ermittelte.

100.000 Dollar Bestechungsgelder

Seit 2017 soll er rund 100.000 Dollar Bestechungsgelder an Amazon-Beschäftigte gezahlt haben, um an interne Daten zu kommen, etwa geheime Informationen über den Amazon-Suchalgorithmus. Nachdem Amazon in Indien einige von Kadimisettys Kontakten entlassen hatte, soll er sich aus dem Geschäft, das aber bis 2020 weiterlief, zurückgezogen haben. Vor Gericht bekannte er sich schuldig.

Der jetzt Verurteile war Teil einer sechsköpfigen Bande, die sich beziehungsweise ihren Kunden mit den Manipulationen Wettbewerbsvorteile im Wert von 100 Millionen Dollar verschafft haben sollen. Fünf weitere Personen sind ebenfalls angeklagt, der Prozess gegen sie soll heuer im Herbst starten.

Amazon: "Ergreifen alle Maßnahmen zum Schutz vor Betrug"

Seitens Amazon heißt es zu der Causa: "Wir haben einen strengen Fokus auf sicherem Shopping und tun alles, um Kunden, Verkaufspartner und unser Unternehmen vor Betrug zu schützen - und wir verfügen über Systeme zur Erkennung verdächtigen Verhaltens." Bei Amazon sei "kein Platz für Betrug und wir werden weiterhin alle Maßnahmen ergreifen, um unseren Shop zu schützen und Betrüger zur Rechenschaft zu ziehen", erklärt ein Amazon-Sprecher.