Disney+ jagt Netflix: Schon über 130 Millionen Abonnenten

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Disney+ jagt Netflix: Schon über 130 Millionen Abonnenten

Der US-Unterhaltungsriese Disney meldet sich mit starken Zahlen aus der Coronakrise zurück. Das Streaming-Angebot und wieder offene Freizeitparks bringen Milliarden-Gewinn. Die Disney-Aktie hebt ab.

Die Vergnügungsparks liefen zum Jahresende wieder rund und auch das Streaming-Geschäft brummte. In den drei Monaten bis Anfang Jänner kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar (19,11 Mrd. Euro), wie Disney am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Aktie stieg nachbörslich um über sieben Prozent

Unterm Strich verdiente das Unternehmen 1,1 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatte Disney stark unter Belastungen durch die Pandemie gelitten und nur einen Gewinn von 17 Millionen Dollar erzielt. Die Quartalszahlen fielen wesentlich besser aus als von Analysten erwartet. Die Aktie stieg nachbörslich um über sieben Prozent.

Ziel: Über 230 Millionen Abonnenten bis 2024

Besonders der im November 2019 gestartete Streaming-Service Disney+ übertraf die Prognosen mit 11,8 Millionen neuen Abonnenten deutlich und zählte Ende 2021 insgesamt schon knapp 130 Millionen Kunden. Zum Vergleich: Der große Rivale Netflix, dessen jüngster Quartalsbericht Anleger massiv enttäuscht hatte, kommt auf knapp 222 Millionen. Disney-Vorstandschef Bob Chapek sieht den Videodienst Disney+ bei den Wachstumszielen weiterhin auf Kurs - bis 2024 soll der Streamingdienst über 230 Millionen Abonnenten haben.

Comeback der Freizeitparks

Die Bilanz profitierte aber vor allem vom Comeback der Themenparks und Ferienanlagen, die wegen der Pandemie zeitweise schließen mussten. Hier verdoppelte Disney die Erlöse und machte einen Betriebsgewinn von 2,5 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatte die Sparte 119 Millionen Dollar verloren. Die Freizeitparks in den USA operieren mittlerweile wieder weitgehend ohne Einschränkungen. Auch die Filmproduktion hat der Konzern wieder hochgefahren. 

Disney-Boss Chapek sagte, er sei "zuversichtlich, dass wir auch in den nächsten 100 Jahren das Unterhaltungsangebot bestimmen werden“. Wie Rivale Netflix will Disney mehr in Inhalte außerhalb der USA investieren. Die Hoffnung sei, mit lokalen Produktionen "einige globale Hits zu landen" - etwa wie Netflix mit "Squid Game" aus Südkorea.