Raiffeisen-Aktie fällt ins Bodenlose: minus 23 Prozent an einem Tag

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Raiffeisen-Aktie fällt ins Bodenlose: minus 23 Prozent an einem Tag

Die Raiffeisen Bank International (RBI) ist stark in Russland und auch in der Ukraine engagiert; der Krieg und die Sanktionen treffen das Unternehmen hart. Der Kurs krachte am Donnerstag um 23 Prozent runter.

Die RBI ist mit Tochterbanken in Russland und in der Ukraine tätig. Insbesondere das Russland-Geschäft gilt als Cashcow des Konzerns - Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor würden die RBI empfindlich treffen.

474 Millionen Euro RBI-Gewinn in Russland

Im Vorjahr machte die RBI in Russland 474 Millionen Euro Gewinn - ein beachtlicher Anteil am Gesamtverdienst von 1,37 Milliarden. In der Uraine belief sich der RBI-Gewinn 2021 auf 122 Millionen Euro.

Die RBI hat in Russland etwa vier Millionen Kunden, in der Ukraine rund drei Millionen. Im Verhältnis zu anderen russischen Banken sei die RBI sehr klein, ihr Marktanteil belaufe sich in Russland auf unter 2 Prozent, erklärte RBI-Chef Johann Strobl Anfang Februar. Das Kreditvolumen liege dort bei etwas über 11 Milliarden Euro. In der Ukraine sei die RBI noch kleiner, das Kreditvolumen betrage hier rund 2,2 Milliarden Euro. 

115 Millionen Euro Risikovorsorge für Sanktionen

Im Hinblick auf mögliche Sanktionen hat die RBI bereits 115 Millionen Euro an Risikovorsorge zurückgelegt.  

Seit Jahresbeginn ein Drittel Kursverlust

© APA
Raiffeisen-Aktie fällt ins Bodenlose: minus 23 Prozent an einem Tag

Die RBI-Aktie führte am Donnerstag einmal mehr die ATX-Verliererliste an - mit einem Minus von 23 Prozent! Seit Jahresbeginn hat das RBI-Papier schon fast 35 Prozent seines Werts verloren.

Iin einer Stellungnahme meinte die RBI am Donnerstag: "Wir hatten bis zuletzt auf eine diplomatische Lösung gehofft, uns aber gleichzeitig auf verschiedene Szenarien, darunter auch eines militärischen Konflikts, vorbereitet. Dennoch hoffen wir, dass die Parteien wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren." 

Stellungnahme der RBI

"Unsere Banken in Russland und in der Ukraine sind gut kapitalisiert und finanzieren sich selbst. Zudem haben wir bereits im vergangenen Jahr im Rahmen unserer vorausschauenden Risikopolitik Rückstellungen gebildet und unseren Rubel-Hedge erhöht sowie einen Hrywnja-Hedge eingerichtet", so die RBI. Weitere Sanktionen würden erwartet. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine Einschätzung über Auswirkungen allfälliger Sanktionen auf die RBI treffen", betonten die Banker.